Rückblick zur UX Winter School 2026
Die Winter School die mir die KMH GmbH ermöglichte ist nun vorbei und alle vier Workshops waren super spannend und sehr praxisnah. Ich konnte in jedem Workshop etwas Neues dazu lernen und viele neue, inspirierende Persönlichkeiten kennenlernen. Susan Rittel mit der ich gemeinsam an der UX Summer School 2025 teilnahm, war sogar auch dabei!

Wir lernten aus vier Themenblöcken:
- Design Thinking in Kurzform durchlaufen (3 Stunden)
- Barrierefreiheit am eigenen Körper testen
- Verhaltenspsychologisches Design
- Gamification
Design Thinking in Kurzform durchlaufen (3 Stunden)
Beim Design Thinking Workshop mit Rebekka Schüler und Maximilian Steiner von der DATEV eG sollten wir innerhalb von drei Stunden gemeinsam einen Prototypen entwickeln. Wir haben dabei eine neue Methode zur Ideenentwicklung gelernt.
Aus dem Kontext unserer Problemstellung gerissen, sollten wir ein reales Objekt mit unserer Problemstellung vergleichen und Assoziationen bilden. Dabei kamen sehr interessante Gemeinsamkeiten zustande. Vorher konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein elektrisches Heizgerät so viele Ähnlichkeiten mit der beruflichen Herausforderungen junger UX‑Designer haben kann 😂 .
Gemeinsam entwickelten wir im Speed-Run einen Prototypen. Unser Ergebnis: ein Spiel für den nächsten Design‑Workshop im eigenen Unternehmen. Die Idee fand ich so spannend, dass ich daran unbedingt weiterarbeiten möchte. Ich bin gespannt wann wir uns dafür wieder (remote) treffen werden.
Und genau für sowas ist unsere Winter School, organisiert von der German UPA, ideal: zum Vernetzen und vernetzt bleiben 🤝.
Barrierefreiheit am eigenen Körper testen
Der nächste Workshop gehalten von Till Wollong über Barrierefreiheit war sehr praxisnah. Zunächst besprachen wir die Grundlagen und Begrifflichkeiten rund um das Thema. Ehe wir in die Praxis gingen. Um uns dafür zu sensibilisieren, haben wir Brillen aufgesetzt, die verschiedene Augenkrankheiten simulierten.
Es waren sehr frustrierende Stunden der Bedienung. Mit dem grauen Star habe ich es nicht einmal geschafft, mein MacBook zu entsperren und von den Kopfschmerzen die ich innerhalb weniger Minuten bekam, mag ich gar nicht sprechen. Das geht auf jeden Fall noch Nutzerfreundlicher.
Schon gewusst?
Barrierefreies Design birgt hohes Innovationspotenzial. Es betrifft nicht nur eingeschränkte Personen, sondern kann auch allen anderen ein hohes Maß an Komfort bieten.
Einschränkungen können jeden von uns im Laufe des Alters betreffen. Wir designen jetzt schon für unsere eigene Zukunft!
Verhaltenspsychologisches Design
Im verhaltenspsychologischen Workshop von Dr. Natalie Woletz sprachen wir über die Wichtigkeit der unterschiedlichen mentalen Modelle unserer Nutzenden. Bei einem kleinen Experiment wurde das sofort deutlich:
Die eine Hälfte der Teilnehmenden war gewohnt, auf dem Touchpad von unten nach oben zu scrollen, die andere Hälfte genau andersherum.
Das klingt banal, hat aber enorme Auswirkungen auf Bedienbarkeit und Erwartungshaltungen an unseren Produkten.
Anschließend besprachen wir den Impact den das Reduzieren von nur einer Entscheidung bei der Nutzung eines Systems haben kann. Im Fall einer Hochschule in den USA verzichtete ein Großteil der Studierenden auf die Beantragung von staatlichen Fördergeldern. Warum? Weil es oftmals eine zusätzliche Entscheidung ist die uns vom Handeln abhält. Als man den Studierenden sagte, es sei Teil des Prozesses zum Anmelden an der Hochschule, beantragten drei Mal so viele Studierende ihre Fördergelder wie zuvor.
Schon gewusst?
Wir Menschen treffen zwischen 70-200 Entscheidungen tagtäglich (Abhängig je nach Studie). Hier stellt sich mir die Frage, ob diese Kennzahl genau so Neurodivergente Menschen betrifft (z.B. ADHS) oder nicht?
Gamification
Im letzten Workshop erzählte uns Roman Rackwitz von einem seiner liebsten Kundenprojekte und wie er es geschafft hat, die Verkostung verschiedener Weine mithilfe von Gamification anzuregen. Es war wirklich ne super smarte Idee. 😁
Wir diskutierten anschließend, wie wir Gamification selbst in unseren Produkten nutzen können und bekamen eine Toolbox mit an die Hand.
Für mich neu war der Punkt, dass Gamification ≠ Belohnungssystem ist. Wenn wir in Casual Games alle Belohnungen entfernen würden, würden wir sie trotzdem nutzen? Würden sie noch Spaß machen? Nicht unbedingt.
Und genau das wollen wir mit Gamification Design schaffen. Produkte mit einem gewissen Maß an Herausforderung designen, die auch ganz ohne Belohnungen, Coins und Badges Spaß machen.
Doch wie bewegt man Menschen überhaupt zu ihrer Neugierde (Spark ✨). Sind wir nicht durch Algorithmen, etc. abgestumpft? Eine gute Frage, die mir Roman direkt beantworten konnte. Ich bin gespannt auszuprobieren wie und wo ich Muster brechen kann, um Neugierde zu wecken.
Ich habe gelernt, dass Effizienz manchmal, aber nicht immer sinnvoll sein muss. Und dass es manchmal besser ist den Nutzenden eine kurze Atempause zu ermöglichen, statt immer und sofort Ergebnisse zu liefern.
Mein Highlight zum Schluss war natürlich Romans 1. Auflage seines Buches "Drive Method" inklusive Autogramm.
Voll geil, das bleibt nun in Erinnerung!