Ich werde für die Schriftführung der German UPA kandidieren
Ich wurde zum Strategieworkshop der German UPA in Frankfurt eingeladen, weil ich für die Schriftführung kandidieren werde. Dabei ging es für mich vor allem um das Verständnis, wie strategische Entscheidungen im Verband entstehen und worauf sie aufbauen.
3 min Lesezeit

Wie ich in diese Rolle hineingewachsen bin
Vor einigen Wochen war ich in Frankfurt beim Strategieworkshop der German UPA. Der Anlass war eng mit einer Entscheidung verbunden, die ich bereits vorher getroffen hatte: Ich werde für die Schriftführung kandidieren.
Die Rolle begleitet mich schon länger in kleinerem Umfang, da ich als Referentin der Schriftführung bereits operative Aufgaben übernehme. Dadurch entsteht automatisch ein anderer Blick auf Abläufe. Man sieht nicht nur Ergebnisse, sondern auch die Wege dorthin, die Abstimmungen, die kleinen Entscheidungen dazwischen. Dabei stellte sich fast von selbst die Frage, wie diese Entscheidungen eigentlich zustande kommen und welche Überlegungen davor stattfinden. Genau an dieser Stelle wurde der Workshop für mich relevant, weil er diesen Blick geöffnet hat.
Der Rahmen wurde von Katja Busch vorbereitet und moderiert. Das hat man im Verlauf deutlich gemerkt, vor allem daran, wie fokussiert die Gespräche geblieben sind.
Strategische Themen haben oft die Tendenz, sich entweder schnell zu konkretisieren oder sehr lange im Ungefähren zu bleiben. Beides haben wir an dem Tag erstaunlich gut umgangen. Statt schneller Ergebnisse stand das gemeinsame Verständnis im Vordergrund, was den Gesprächen eine andere Tiefe gegeben hat.
Und ja, manche Diskussion wäre ohne diese Struktur vermutlich deutlich länger geworden (😏).
Welche Frage im Raum stand
Relativ früh ging es um die zukünftige Ausrichtung der German UPA und damit auch um die Frage, wen wir in dieser Entwicklung stärker berücksichtigen wollen.
Mir war dabei wichtig, Menschen mitzudenken, die noch am Anfang stehen: Young Professionals, Studierende oder Interessierte, die sich gerade erst orientieren. An dieser Stelle entscheidet sich oft, ob ein Beruf zugänglich wirkt oder abschreckend.
Gleichzeitig wurde sehr greifbar, dass jede Veränderung bestehende Strukturen berührt. Dinge, die heute gut funktionieren, sind nicht selbstverständlich stabil, sondern das Ergebnis vieler Entscheidungen, die bereits getroffen wurden.
Diese Gedanken standen nebeneinander im Raum und haben den weiteren Verlauf stark geprägt.
Warum wir uns Zeit gegeben haben
Im weiteren Verlauf hat sich eine gemeinsame Richtung ergeben, die sich bewusst langsamer anfühlt, als man es vielleicht erwarten würde. Anstatt eine Vision zu formulieren, die sich gut kommunizieren lässt, aber noch keine belastbare Grundlage hat, lag der Fokus auf etwas anderem: Verständnis aufbauen, Zusammenhänge sichtbar machen und die eigene Arbeit stärker an Daten ausrichten.
Das verändert die Art, wie Entscheidungen getroffen werden. Es verschiebt den Blick von einzelnen Ergebnissen hin zu den Bedingungen, unter denen diese Ergebnisse entstehen.
Als wir den Workshop verlassen haben, gab es keinen fertigen Satz, der als Vision hätte stehen können. Dafür gab es eine Reihe von nächsten Schritten, die klar ineinandergreifen und sich nachvollziehen lassen. Für mich war diese Entscheidung besonders bedeutsam, da im Berufsalltag häufig zu schnell und ohne Daten entschieden wird. Jetzt war unsere Chance als Vorbild voran zu schreiten.
Was dabei über die Organisation hinaus sichtbar wird
Neben den konkreten Themen hat mich eine größere Frage begleitet: Wie entwickelt sich die Relevanz unseres Berufs und welchen Einfluss haben wir als Community darauf?
Wenn Menschen früher eingebunden werden, verändert sich der Zugang zum Beruf spürbar. Austausch passiert anders, Hürden werden früher sichtbar und Wissen verteilt sich breiter. Das hat Auswirkungen, die man nicht sofort messen kann, die aber mit der Zeit eine deutliche Richtung vorgeben. Gerade durch die Entwicklung in unserer Branche, die sich durch KI, Bootcamps, Online-Kurse und neue Lernformate schnell verändert, entsteht daraus eine Verantwortung, die sich nicht auf einzelne Initiativen reduzieren lässt.
Ein Artikel den ich vor einiger Zeit gelesen habe, hat genau diese Entwicklung beschrieben und für mich viele der Gedanken aus dem Workshop nochmal eingeordnet.
"Why is the UX job market such a mess right now" von Jared M. Spool
Abschluss
Der Austausch in Frankfurt hat für mich viele Dinge greifbarer gemacht, die vorher eher abstrakt waren. Das lag nicht nur an den Inhalten, sondern vor allem an der Offenheit in den Gesprächen und der Bereitschaft, sich Zeit für die richtigen Fragen zu nehmen.
Mein Dank geht an den Vorstand für das Vertrauen und an Katja Busch für die Moderation, die diesen Rahmen möglich gemacht hat.
Ich freue mich auf die nächsten Schritte und darauf, diesen Prozess weiter mitzugestalten. 😊🤝