Warum ältere UX‑Beiträge wieder sichtbar werden sollten
Ich arbeite mich gerade durch einige Artikel auf der Website der German UPA, um sie an unseren aktuellen Tone‑of‑Voice‑Guide anzupassen. Das klingt nach Fleißarbeit und ehrlich gesagt ist es das auch. Deshalb gehe ich strategisch vor und beginne dort, wo ich gerade den größten Unterschied machen kann (Oder die meiste Energie gewinne).
Was mir bei der Arbeit mit älteren Inhalten aufgefallen ist
Wie zuvor erwähnt, arbeite ich mich gerade durch einige Artikel auf unserer Website der German UPA und während ich mich durch Interviews und Artikel aus den vergangenen Jahren wühle, merke ich, wie viel Echtheit und Inperfektion darin enthalten ist. Alle Beiträge lesen sich sehr persönlich, individuell und klar in ihrer Aussage.
Kein Beitrag klingt wie der andere. Die Sichtweisen unterscheiden sich, Erfahrungen werden unterschiedlich eingeordnet, und genau dadurch entsteht ein viel nuancierteres Bild der Themen. Für mich fühlt sich das richtig gut an im Vergleich zu dem was heute veröffentlicht wird.
Manche der Inhalte wirken zeitlos. Andere zeigen deutlich, wie sich die Branche weiterentwickelt hat. Beides zusammen hilft, aktuelle Themen besser einzuordnen. Ich kann besser erkennen, wo wir herkommen und warum bestimmte Diskussionen heute so geführt werden, wie sie geführt werden.
Tiefe vs. Geschwindigkeit
Was mir dabei besonders auffällt: Viele dieser älteren Beiträge sind deutlich tiefgehender. Gedanken werden ausgeführt, Zusammenhänge erklärt, Erfahrungen reflektiert. Es geht weniger um schnelle Einordnung und mehr um Verständnis.
Heute entstehen Inhalte oft sehr viel schneller. Das hat Vorteile, vor allem wenn es um Aktualität geht. Gleichzeitig führt das Tempo dazu, dass Themen häufiger nur angerissen werden. Trends, Tools und neue Technologien stehen stark im Fokus, während grundlegende Prinzipien manchmal weniger Raum bekommen.
Ich gebe zu, auch ich habe die bisherigen Beiträge durch Unterstützung mit KI erstellt. Mein Ziel für die Zukunft wird es jedoch sein, wieder eigenständige Artikel zu schreiben, auch wenn diese schnell kompliziert oder umgangssprachlich geschrieben sind. Denn genau das macht Beiträge einzigartig: ungefiltert seine Worte zu teilen, ohne sie mehrfach durch DeeplWrite, Google Gemini, ChatGPT oder Copilot zu jagen.
"Ich finde wichtig, dass wir diese Tiefe nicht verlieren."
Was ich in diesem Zusammenhang schade finde: Viele dieser Inhalte werden kaum noch gesehen. Sie sind da, aber sie tauchen selten wieder auf. In Feeds dominieren neue Beiträge, ältere verschwinden schnell im Hintergrund.
Dabei steckt in diesen Archiven ein enormes Wissen. Erfahrungen aus Projekten, fundierte Einschätzungen und Diskussionen, die über Jahre hinweg gewachsen sind. Dieses Wissen bleibt relevant, auch wenn sich Tools oder Methoden verändern.
Für mich fühlt es sich deshalb wichtig an, diese Inhalte wieder sichtbarer zu machen. Nicht, um Altes zu wiederholen, sondern um vorhandenes Wissen wieder in die aktuelle Diskussion einzubringen.
Ich finde es wichtig, dass wir diese Tiefe nicht verlieren. Effizienz ist hilfreich, aber sie ersetzt nicht das Fundament, auf dem UX‑Arbeit aufbaut. Wenn wir uns nur noch auf Geschwindigkeit und Trends konzentrieren, geht ein Teil dieses Fundaments verloren.
Was wirklich weiterhilft, ist der Austausch von fundiertem Wissen. Inhalte, die erklären, einordnen und auch mal länger stehenbleiben dürfen. Genau das stärkt die Community langfristig.
Und vielleicht lohnt es sich, öfter einen Schritt zurückzugehen und bewusst in älteren Beiträgen zu lesen. Da steckt oft mehr drin, als man erwartet. 💡