UXDX EMEA 2025 in Berlin: Ich bin dabei!
Ein gewonnene Konferenzticket, drei Tage in Berlin und viele neue Eindrücke. Vor allem habe ich gemerkt, wie viel Perspektive entsteht, wenn man UX international erlebt.
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Mein bisher kurzfristigster Konferenzbesuch
Manchmal ergeben sich Dinge sehr kurzfristig. In meinem Fall: ein Konferenzticket für die UXDX in Berlin.
Ich habe über die German UPA an einem Gewinnspiel teilgenommen und tatsächlich ein Ticket gewonnen. Kurz nach der Zusage ging es dann für mich ziemlich spontan nach Berlin. Ich war echt baff und gleichzeitig sehr dankbar, dass meine Firma das so kurzfristig möglich gemacht hat.
Auch die Möglichkeit an sich fand ich besonders. Solche Konferenzen sind nicht unbedingt zugänglich, vor allem wenn man noch am Anfang steht oder keinen direkten Zugang über die Arbeit hat. Dass die German UPA solche Chancen schafft, finde ich sehr wertvoll.
Erste Eindrücke vor Ort
Die UXDX war eine internationale Konferenz mit entsprechend englischsprachigen Talks. Für mich war das am Anfang schon eine kleine Herausforderung, weil ich Englisch bisher nur lesen und zum Teil schreiben konnte.
Gleichzeitig war genau das eine gute Erfahrung. Ich habe mich bewusst darauf eingelassen, viel zu hören und auch ins Gespräch zu kommen. In manchen Situationen habe ich mir mit kleinen Hilfsmitteln geholfen oder einfach nachgefragt, wenn etwas nicht ganz klar war. Das lief besser als erwartet, kostete mich allerdings auch wertvolle Zeit, in der ich lieber die Gespräche verstanden und interpretiert hätte.
Die Atmosphäre insgesamt war sehr offen. Man hat schnell gemerkt, dass viele in einer ähnlichen Situation sind und sich austauschen wollen.
Inhalte, die hängen geblieben sind
Inhaltlich ging es um KI und wie sie die Arbeit im UX-Design verändert.
Neben den eher positiven Ausblicken wurde auch kritisch darauf geschaut, was passiert, wenn Systeme unreflektiert eingesetzt werden. Besonders ein Vortrag ist mir im Kopf geblieben, in dem es um die Grenzen von KI ging und darum, dass sie menschliche Entscheidungen nicht einfach ersetzen kann. Gerade im Umgang mit sensiblen Themen kann das sonst schnell problematisch werden.
Ein weiterer Punkt war die Rolle von uns als Designer. Es wurde mehrfach betont, wie wichtig Spezialisierung ist und dass man nicht versuchen sollte, alles gleichzeitig abzudecken. Diese Erwartung, ein „Unicorn“ zu sein, fühlt sich zwar oft präsent an, ist aber langfristig nicht realistisch und wir laufen in Gefahr ersetzbar zu sein.
Was ich auch aus mehreren Talks mitgenommen habe: Ohne sauberen User Research entstehen schnell Lösungen, die am eigentlichen Bedarf vorbeigehen.
Ein Beispiel, das mir besonders hängen geblieben ist, war Instagram. In einer frühen Phase hatte sich das Produkt in eine Richtung entwickelt, die viele verschiedene Funktionen abgedeckt hat. Teile davon erinnerten eher an andere Plattformen und der Fokus war nicht mehr klar erkennbar.
Erst durch die Auseinandersetzung mit der Nutzung wurde deutlich, was für die meisten Nutzenden eigentlich relevant ist: das Teilen und Anschauen von Fotos. Alles andere hat im Vergleich dazu kaum eine Rolle gespielt.
Daraufhin wurde das Produkt bewusst reduziert und stärker auf diesen Kern ausgerichtet. Genau das hat letztendlich auch den Unterschied gemacht.
Für mich war das ein gutes Beispiel dafür, dass ein Produkt nicht alles können muss. Im Gegenteil: Wenn man versucht, zu viele Bedürfnisse gleichzeitig abzudecken, verliert man schnell den eigentlichen Mehrwert aus dem Blick.
Was stattdessen hilft, ist zu verstehen, warum Nutzende ein Produkt überhaupt verwenden und welchen konkreten Nutzen sie daraus ziehen. Wenn man diesen Kern ernst nimmt und darauf aufbaut, entstehen deutlich klarere und oft auch erfolgreichere Lösungen.
Workshop und praktische Einblicke
Am letzten Tag habe ich an zwei Workshops teilnehmen dürfen. Dort haben wir uns nochmal intensiver mit Zieldefinition und Problemverständnis beschäftigt.
Ein Teil davon waren OKRs. Ich fand den Ansatz interessant, habe aber gemerkt, dass mir klar formulierte, greifbare Ziele oft näher liegen. Gleichzeitig verstehe ich, warum OKRs in komplexeren Kontexten sinnvoll sein können.
Was mir aus dem Workshop vor allem geblieben ist: Man rutscht sehr schnell in die Lösungsphase, obwohl das Problem noch nicht wirklich klar ist. Auch das hat sich durch die gesamte Konferenz gezogen und hat nochmal gut zu meinen bisherigen Erfahrungen gepasst.
Mein Fazit
Wenn ich ehrlich bin, sind gar nicht alle Inhalte im Detail hängen geblieben. Was für mich stärker war, ist das Gesamtbild.
Die Konferenz hat mir gezeigt, wie breit das Feld ist und wie unterschiedlich UX international gedacht und umgesetzt wird. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass viele Themen, die ich aus meiner bisherigen Arbeit kenne, auch dort eine Rolle spielen – nur oft aus einer anderen Perspektive.
Für mich war es vor allem eine Erfahrung, die mir nochmal mehr Sicherheit gegeben hat. Ich habe gemerkt, dass ich mich auch in einem internationalen Umfeld zurechtfinden kann, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.