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Was man mir nicht sagte, bevor ich UX-Designer wurde

Ich bin nicht über den klassischen Weg ins UX-Design gekommen. Vom Game Development über Full Stack Entwicklung bis zum UI/UX-Designer hat sich einiges anders entwickelt als geplant. Schließlich habe ich verstanden, das UI-Design nicht ausschließlich das ästhethische Designen moderner Interfaces bedeutet.

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Wie ich im Design gelandet bin

Wenn ich ein paar Jahre zurückblicke, hätte ich niemals gedacht, wie sich meine Karriere entwickelt.

Mein Wunsch war es schon immer kreativ zu arbeiten. Als Fotografin oder doch etwa Mediendesignerin. Ich hatte Glück und lernte ein Game Studio in meinem Heimatdorf kennen, bei dem ich zunächst ein Praktikum absolvierte bevor ich als Game Designerin neben der Schule jobbte.

Wenn ich mich zurück erinnere, war das wohl die beste Zeit in meinem Leben. Es ist halt ein Privileg bei den Eltern zu wohnen und keinerlei Verantwortung zu tragen :-D. Leider blieb der erwartete Erfolg für unser entwickeltes Spiel aus, weshalb der Plan eine berufliche Ausbildung als Game Designerin zu starten weggefallen ist.

Leider brachten auch Bewerbungen um Ausbildungsplätze in anderen Studios keinen Erfolg, also entschied ich mich dazu Game Development zu studieren, mit der großen Vision hinterher meine eigenen Spiele zu entwickeln. So begann eigentlich meine Reise in die Entwicklung. Besonders fasziniert hat mich dabei immer die Programmiersprache PHP, JavaScript und das arbeiten mit Datenbanken. Mit Datenbanken wird einfach alles möglich! Ja, leider auch das missbrauchen von Sicherheitslücken.

Wenn ich auf der Arbeit im Code wuselte, mochte ich vor allem Refactoring, Optimierung und natürlich Frontend. Dieses Interesse brachte mich hinterher auch in meine Full-Stack Rolle bei der KMH GmbH.

Für die KMH konzipierte und entwickelte ich eine Unternehmenswebsite und überlegte mir ein Employer Branding, welches ich durch Fotografie umsetzte. In der Zeit half ich auch beim Aufbau unseres Corporate Design.

Es dauerte nicht lange bis wir ein eigenes Marketing-Team aufbauten und sich meine Aufgaben immer mehr in Richtung Produktentwicklung verschoben. Besonders spannend wurde es hinterher für mich, als mich die KMH fragte ich Interesse daran hätte Verantwortung über das Produktdesign zu tragen und in die Rolle des UI/UX-Designers zu wechseln.

Ohne zu zögern nahm ich die Herausforderung an.

Was ich am Anfang falsch eingeschätzt habe

Zu dem Zeitpunkt hatte ich ein ziemlich klares Bild im Kopf davon, was UX-Design ist. Ich dachte, es geht vor allem darum, Interfaces zu gestalten, sie optisch ansprechend zu machen und dafür zu sorgen, dass sich ein Produkt gut anfühlt.

Das war auch der Grund, warum mich die erste Zeit eher irritiert hat.

Im Zuge meines Wechsels habe ich eine UX‑Zertifizierung gemacht und mich intensiv mit Grundlagen beschäftigt. Vieles drehte sich um Prozesse, Forschung, Nutzerverständnis und strukturierte Herangehensweisen. Über Gestaltung im klassischen Sinne ging es deutlich weniger, als ich erwartet hatte.

Ich hatte am Anfang ehrlich gesagt einige Fragezeichen im Kopf, weil das nicht zu dem gepasst hat, was ich mir unter der Rolle vorgestellt habe.

Mit der Zeit hat sich das verändert.

Je mehr ich mich mit den Inhalten beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, worum es im UX-Design geht. Es geht eher darum fundierte Entscheidungen zu treffen.

Das hat meine Perspektive ziemlich verschoben.

Ich habe gemerkt, dass mich genau das interessiert: zu verstehen, wie Menschen Produkte nutzen, wo Probleme entstehen und wie man Lösungen entwickeln kann, die wirklich funktionieren. Gestaltung ist ein Teil davon, aber nicht der Ausgangspunkt.

Was ich daran besonders schätze: Die Arbeit ist nicht auf digitale Oberflächen beschränkt. Man denkt über Nutzungssituationen nach, über Abläufe, über Kontext. Dadurch ist das Ganze viel greifbarer geworden, als ich es vorher erwartet hätte.

Studium, Erwartungen und Realität

Parallel zur Arbeit habe ich ein Studium im Kommunikationsdesign begonnen, weil ich dachte, dass mir das gestalterisch weiterhilft. Inhaltlich fand ich das auch spannend, aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass es nur begrenzt zu meiner tatsächlichen Arbeit passt.

Viele Inhalte haben mich interessiert, aber der direkte Bezug zu meiner Rolle hat oft gefehlt. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass sich vieles auch außerhalb eines Studiums erarbeiten lässt, wenn man gezielt danach sucht.

Das hat mich dazu gebracht, mein Studium nochmal zu überdenken und letztendlich in Richtung UX-Design zu wechseln. Der Zeitpunkt hat gut gepasst, weil der Studiengang inhaltlich überarbeitet wurde und viele Themen enthalten waren, die ich aus der Praxis und aus meiner Zertifizierung kannte, aber gerne noch tiefer verstehen wollte.

Einfach war die Kombination aus Arbeit und Studium trotzdem nicht. Der Aufwand ist deutlich höher, als ich es am Anfang eingeschätzt habe. Gleichzeitig war es für mich die richtige Entscheidung, weil die Inhalte jetzt deutlich näher an dem sind, was ich wirklich mache und lernen möchte.

Was ich heute anders sehe

Wenn ich auf meinen Einstieg ins UX Design zurückblicke, war meine größte Fehleinschätzung, dass ich den Bereich zu stark über Gestaltung definiert habe.

Heute sehe ich das differenzierter:

  • UX-Design basiert auf Verständnis, nicht auf Geschmack
  • Entscheidungen sollten begründet sein, beispielsweise durch Metriken
  • Nutzerkontext ist wichtiger als visuelle Trends
  • Gestaltung ist ein Mittel, nicht der Ausgangspunkt

Das klingt simpel, aber das wirklich zu verstehen, hat bei mir eine Weile gedauert.

Inzwischen arbeite ich als UI/UX-Designerin und habe das Gefühl, deutlich klarer zu sehen, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte. Der Weg dahin war nicht gradlinig, aber genau deshalb nehme ich viel daraus mit.

Ich bin vor allem dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, mich in diese Richtung zu entwickeln und Dinge auszuprobieren. Gleichzeitig habe ich ein besseres Gefühl dafür bekommen, was ich kann und wo ich noch weiter wachsen möchte.