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Wann eigenen sich Personas?

Im Rahmen meines Studiums habe ich mich intensiv mit Personas beschäftigt. Ausgangspunkt war für mich die Frage, warum Personas in vielen Projekten erstellt werden, aber im Alltag nicht immer zum Einsatz kommen. In der Theorie sind sie ein zentrales Werkzeug, um Nutzende greifbar zu machen und Entscheidungen zu unterstützen. In der Praxis sieht das häufig anders aus.

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Klassische Personas und ihr größtes Problem

Personas werden häufig dann eingesetzt, um Nutzende greifbar zu machen und Designentscheidungen zu unterstützen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie oft nicht langfristig genutzt werden oder falsch angewendet werden

Dies liegt das vor allem daran, dass viele Personas auf einmaligen Erhebungen basieren und anschließend nicht weiter gepflegt werden. Mit der Zeit verlieren sie an Relevanz oder werden im Team nicht mehr ernst genommen (vgl. Alex & Robra‑Bissantz, 2024).

Somit ist die Methode an sich nicht das Problem, sondern der Umgang damit.

Ein möglicher Ansatz, um dieses Problem zu lösen, sind datenbasierte Personas. Sie kombinieren unterschiedliche Datenquellen und lassen sich flexibler anpassen.

In der Theorie wirkt das sehr sinnvoll. In der Praxis zeigt sich aber schnell, dass dieser Ansatz aufwendig ist. Daten müssen erhoben, ausgewertet und kontinuierlich gepflegt werden.

Gerade in kleineren Teams ist das nicht immer realistisch. Für mich hat sich daraus die Erkenntnis ergeben, dass es oft nicht um die „beste“ Methode geht, sondern um eine Lösung, die im jeweiligen Kontext funktioniert.

Synthetische Nutzende im Kontext von KI

Ein aktueller Ansatz, der gerade durch den Einsatz von KI an Bedeutung gewinnt, sind synthetische Nutzende. Die von KI generierten Personas können vor allem in frühen Phasen helfen, Hypothesen zu explorieren und ein erstes Verständnis für Zielgruppen zu entwickeln (Nielsen Norman Group, o. D.).

Auf den ersten Blick wirkt das wie eine Weiterentwicklung klassischer Personas. Die Profile sind detaillierter, schneller erstellt und wirken oft „lebendiger“.

Für mich liegt genau darin aber auch die Herausforderung.

Synthetische Nutzende können Empathie fördern und helfen, Zielgruppen besser greifbar zu machen. Gleichzeitig basieren sie nicht auf realem Verhalten, sondern auf generierten Annahmen.

Wenn sie nicht regelmäßig mit echten Daten abgeglichen werden oder mit realen Nutzenden gleichgesetzt werden, entsteht schnell ein verzerrtes Bild. Entscheidungen können dann an der tatsächlichen Problemstellung vorbeigehen.

Herausforderungen in der praktischen Anwendung

Neben der inhaltlichen Ebene gibt es auch praktische Herausforderungen.

Wenn synthetische Nutzende im Team eingesetzt werden sollen, müssen sie für alle Stakeholder zugänglich und aktuell sein. Gerade bei großen oder interdisziplinären Teams wird das schnell komplex.

Mögliche Ansätze wie zentrale Persona-Dokumente oder die Nutzung von LLMs mit vordefinierten Kontexten klingen sinnvoll, bringen aber eigene Probleme mit sich. Dazu gehören Abstimmungsaufwand, Inkonsistenzen und Fragen der Aktualität.

Auch die Kosten spielen eine Rolle, insbesondere wenn mehrere Personen regelmäßig auf entsprechende Systeme zugreifen.

Für kleinere Teams oder explorative Projekte kann der Einsatz gut funktionieren. Mit wachsender Teamgröße steigen jedoch die Anforderungen an Struktur und Pflege deutlich.

Mein Umgang mit Personas heute

Heute sehe ich Personas als Werkzeug, das bewusst eingesetzt werden sollte. Bevor ich mit einem Team an Personas arbeite, kläre ich deshalb zuerst das Ziel: Wer arbeitet damit, welche Entscheidungen sollen sie unterstützen und welche Daten stehen überhaupt zur Verfügung? Erst danach berate ich, welcher Ansatz zu den vorhandenen Ressourcen und Herausforderungen passt. Entscheidend bleibt für mich:

  • Wird das Wissen aktiv genutzt?
  • Bleiben die Inhalte aktuell?
  • Gibt es eine Verbindung zu realen Nutzenden?

Wenn diese Punkte nicht gegeben sind, bringt auch die beste Persona keinen Mehrwert. Personas können ein hilfreiches Werkzeug sein, um Nutzende besser zu verstehen und Entscheidungen zu unterstützen. Aber jeder Ansatz bringt eigene Herausforderungen mit sich, und meine Aufgabe ist es, das Team zur richtigen Frage zu führen, bevor wir uns für eine Methode entscheiden.

Literaturverzeichnis