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Learnings aus Interviews mit Fernstudierenden

Eine Zusammenfassung meiner Learnings aus einem Design‑Thinking‑Projekt zum Thema Einsamkeit im Fernstudium. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Einfluss gute Fragen auf die Qualität von Interviews haben und wie viel Feingefühl dahintersteckt.

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Design Thinking: Untersuchung von Einsamkeit und Isolation im Fernstudium

Im Rahmen meines Design‑Thinking‑Projekts habe ich mehrere Fernstudierende zum Thema Einsamkeit und Isolation interviewt. Da ich im UX‑Research noch nicht besonders tief drin bin, habe ich mir zunächst mit Hilfe von KI Fragen generieren lassen und diese anschließend überprüft und an mein Gefühl angepasst.

Genau in diesem Teil lag für mich der größte Lerneffekt.

Ich habe ziemlich schnell gemerkt, wie stark die Qualität der Antworten von der Formulierung der Fragen abhängt. Kleine Änderungen im Wording machen einen großen Unterschied. Manche Fragen führen zu sehr allgemeinen Antworten, andere öffnen plötzlich Raum für persönliche Erfahrungen. Das war für mich vorher eher theoretisch, im Interview wird es sehr konkret.

Mir hat es auch geholfen, mir die Fragen selbst zu stellen, bevor ich in die Gespräche gegangen bin. Dadurch konnte ich besser einschätzen, ob eine Frage verständlich ist und wie offen sie wirkt.

Ein weiterer Punkt war das Teilen der Fragen vorab. Ich hatte zuerst überlegt, ob das sinnvoll ist, weil spontane Reaktionen ja auch interessant sein können. In diesem Kontext hat es sich aber als hilfreich herausgestellt. Das Thema ist persönlich und nicht unbedingt leicht zu greifen. Viele Teilnehmende kamen vorbereitet ins Gespräch und konnten strukturierter über ihre Erfahrungen sprechen. Dadurch sind die Antworten oft reflektierter ausgefallen.

Für mich neu war auch, wie sensibel sich das Thema im Gespräch anfühlt. Einsamkeit ist nichts, worüber man automatisch offen spricht. Es hat einen Unterschied gemacht, wie ich die Gespräche einleite, wie viel Zeit ich gebe und ob ich auch mal Stille aushalten kann. Ich habe gemerkt, dass nicht jede gute Antwort direkt kommt.

Neben den Interviews war auch das Feedback meiner Kommiliton:innen sehr wertvoll. Gerade zur Gesprächsführung und zur Wirkung einzelner Fragen habe ich Hinweise bekommen, die ich so selbst nicht wahrgenommen hätte. Das hat mir geholfen, meine Rolle im Gespräch bewusster zu sehen und nicht nur auf den Leitfaden zu schauen.

Was ich konkret aus den Interviews mitnehme

  • Gute Fragen entstehen selten beim ersten Versuch. Überarbeiten gehört dazu.
  • Selbst testen hilft. Viele Unklarheiten ergeben sich erst dabei.
  • Vorbereitung kann bei sensiblen Themen helfen.
  • Zu offene Fragen verunsichern schneller, als man denkt.
  • Kleine Formulierungsänderungen können große Unterschiede machen.

Was für mich nach dem Projekt klarer ist: Als UX‑Researcher benötigt man eine hohe Aufmerksamkeit. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen, seinem Gegenüber genau zuzuhören und empathisch zu antworten.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass KI ein guter Startpunkt sein kann, man jedoch in die Gefahr läuft zu offene und unkonkrete Fragestellungen zu stellen. Die Vorschläge waren hilfreich, um loszulegen. Wirklich passend wurden die Fragen aber erst im eigenen Überarbeiten und im Austausch mit anderen.

Ich würde beim nächsten Mal noch mehr Zeit in die Vorbereitung investieren und vielleicht auch stärker mit Leitfaden‑Varianten arbeiten. Einfach, um flexibler reagieren zu können, wenn ein Gespräch in eine unerwartete Richtung geht.

Insgesamt war das Projekt für mich ein guter Einstieg in das Thema Interviews im UX‑Kontext. Vor allem, weil ich jetzt ein besseres Gefühl dafür habe, wie viel Einfluss scheinbar kleine Entscheidungen auf die Qualität der Ergebnisse haben. 😊