Entwicklung & UX-Redesign: Vergleichstool für die Community eines Pferdebrowserspiels

Die zu lösende Problemstellung
Als ich während meines Studiums aktiv ein Browserspiel für Pferdezucht spielte, bemerkte ich ein immer wiederkehrendes Problem. Ich wusste nie, welche Pferde ich miteinander verpaaren sollte, weil sich die Auswahl an Zuchtpferden häufte. Einen Vergleich geeigneter Zuchtpferde gab es im Spiel nicht, und die Werte eines Pferdes, etwa Interieur und Exterieur, werden weder numerisch noch visuell hervorgehoben angezeigt. Um mehrere Pferde zu vergleichen, musste man alle Steckbriefe als Tabs nebeneinanderlegen und von Hand abwägen. Bei dreißig bis über hundert Fohlen pro Saison, die zur Fohlenschau anstehen, wurde das schnell unmöglich, und musste händisch abgeglichen werden, welche Fohlen man behält und welche nicht.
Aus diesem Pain Point heraus entstand dieses Vergleichstool: Es sagt anhand einer Notenspanne vorher, wie ein Fohlen im Erwachsenenalter voraussichtlich abschneiden wird, und hebt die Werte visuell hervor, sodass man auf einen Blick erkennt, ob sich ein Pferd für die Zucht lohnt.
Angewandte UX-Methodiken
2019 habe ich vor allem aus eigener Spielerfahrung heraus entwickelt. Ich tauschte mich informell mit anderen Spielern aus und setzte um, was ich mir selbst als Spieler gewünscht hätte. Das reichte, um das eigentliche Problem zu lösen, blieb aber intuitiv statt methodisch.
2026 bin ich das Redesign mit meiner heutigen Profession als UX-Designerin angegangen. Statt Annahmen zu treffen, habe ich aktiv Kontakt zu den Nutzenden gesucht: über direkte Rückmeldungen und eine quantitative Umfrage zur Bedienbarkeit. Diese Verschiebung, von "was hätte ich als Spieler gewollt" zu "was brauchen die Nutzenden tatsächlich, belegt durch ihre Rückmeldung", zieht sich durch das ganze Redesign und wird in den folgenden Design-Entscheidungen konkret sichtbar.
Technische Entscheidung "Wechsel auf React"
Der Rechner liest den eingefügten Steckbrief per JavaScript aus und wandelt die Textwerte in Punktzahlen um. Gute Werte werden grün markiert, schlechte rot, sodass man sofort sieht, ob sich ein Fohlen für die Zucht lohnt oder besser verkauft werden sollte.
Der zweite Teil vergleicht eine Stute mit bis zu drei Hengsten. Statt einer festen Note zeigt ein Fortschrittsbalken von bis zu 100%, wie gut jeder Hengst zur Stute passt, getrennt nach Interieur, Exterieur und durchschnittlichem Zuchtwert. Wer gezielt das Interieur verbessern will, achtet auf den entsprechenden Balken. Wer auf Durchschnitt züchtet, wählt den Hengst mit dem höchsten Gesamtwert.
Über individuelle Einstellungen lässt sich zusätzlich festlegen, ab welcher Schwelle Interieur oder Exterieur bei der Bewertung eines Pferdes ausgeschlossen werden sollen, welche Zielnote angestrebt wird und ob perfekte Werte besonders hervorgehoben werden sollen. Besondere Fähigkeiten, die im Steckbrief nicht direkt sichtbar sind, werden zusätzlich mit Icons markiert, etwa wenn ein Pferd für einen Bereich komplett ungeeignet oder außergewöhnlich stark ist.
Der Rechner basiert vollständig auf JavaScript, das speichern der Programm-Einstellungen erfolgt über funktionale Cookies.