WordPress Thumbnails – Von der Mücke zum Elefanten
Eine unscheinbare WordPress-Einstellung führte zu über 100.000 Bilddateien und mehreren Dutzend Gigabyte Speicherverbrauch. Die Ursache lag in automatisch generierten Bildgrößen.
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Manchmal steckt hinter einem kleinen technischen Detail ein deutlich größeres Problem, als man zunächst vermuten würde. In meinem Fall begann alles mit einer einfachen Frage:
Warum dauert ein Backup einer relativ kleinen WordPress-Seite mehrere Stunden?
Die Antwort führte mich tief in die Medienverwaltung von WordPress und sorgte für eine ziemliche Überraschung.
Was sind eigentlich Thumbnails?
Als Thumbnail bezeichnet man eine verkleinerte Vorschauversion eines Bildes.
WordPress erzeugt solche Bildgrößen automatisch, damit Bilder auf verschiedenen Geräten effizient ausgeliefert werden können. Neben dem Originalbild entstehen dadurch zusätzliche Versionen in unterschiedlichen Auflösungen.
Grundsätzlich ist das sinnvoll. Problematisch wird es allerdings dann, wenn Themes und Plugins eigene Bildgrößen registrieren und für jedes hochgeladene Bild weitere Varianten erstellen.
Das eigentliche Problem
Auf meiner eigenen Website hatte ich mich schon länger darüber gewundert, warum Backups ungewöhnlich lange dauerten.
Richtig auffällig wurde das Problem jedoch bei einer Website meiner Mutter. Dort wurden zahlreiche Fotos von Strickarbeiten veröffentlicht. Von außen wirkte die Website vollkommen normal. Im Hintergrund sah die Situation jedoch ganz anders aus:
- mehr als 110.000 Dateien im Upload-Verzeichnis
- rund 28 GB Speicherverbrauch der Website
- Backups wurden zunehmend problematisch
Schnell wurde klar: Das konnte nicht allein durch die tatsächlich hochgeladenen Fotos verursacht worden sein.
Woher kamen die ganzen Dateien?
Nach genauerer Analyse zeigte sich die Ursache.
WordPress erstellt standardmäßig mehrere Bildgrößen. Zusätzlich hatten jedoch verschiedene Themes und Plugins eigene Größen registriert. Dadurch entstanden für jedes hochgeladene Foto zahlreiche zusätzliche Varianten.
In diesem speziellen Fall wurden teilweise über 40 Bildversionen pro Foto erzeugt.
Selbst wenn die einzelnen Dateien vergleichsweise klein sind, summiert sich das über Jahre zu einem enormen Speicherverbrauch.
Die Lösung
Nach einigen Tests mit unterschiedlichen Werkzeugen bin ich auf das Plugin Stop Generating Image Sizes gestoßen.
Der große Vorteil:
- Übersicht aller registrierten Bildgrößen
- Zuordnung zu Themes und Plugins
- gezieltes Aktivieren oder Deaktivieren einzelner Größen
- volle Kontrolle über zukünftige Uploads
Dadurch konnten unnötige Bildgrößen deaktiviert werden, während die tatsächlich benötigten Vorschaubilder weiterhin erhalten blieben.
Aufräumen im Upload-Ordner
Die größere Herausforderung bestand anschließend darin, die bereits existierenden Dateien zu bereinigen.
Dafür wurden die nicht benötigten Bildvarianten direkt im Upload-Verzeichnis identifiziert und entfernt.
Das Ergebnis war beeindruckend:
- von über 110.000 Dateien auf rund 2.300 Bilder
- von etwa 56 GB auf rund 3 GB Speicherplatz inklusive Backup
- deutlich schnellere Sicherungen
- wesentlich geringerer Speicherbedarf auf dem Server
Was man daraus lernen kann
Dieses Erlebnis hat erneut gezeigt, wie schnell sich technische Altlasten ansammeln können.
Gerade bei WordPress lohnt es sich regelmäßig zu prüfen:
- welche Plugins tatsächlich benötigt werden
- welche Bildgrößen erzeugt werden
- wie groß der Upload-Ordner geworden ist
- ob Backups unnötig viel Speicherplatz verbrauchen
Viele Performance- und Speicherprobleme entstehen nicht durch einzelne große Dateien, sondern durch tausende kleine Dateien, die sich über Jahre ansammeln.
Fazit
WordPress selbst war in diesem Fall nicht das eigentliche Problem. Vielmehr führte die Kombination aus Themes, Plugins und automatisierten Bildgrößen dazu, dass für jedes Foto dutzende weitere Versionen gespeichert wurden.
Wer eine WordPress-Seite mit vielen Bildern betreibt, sollte deshalb regelmäßig einen Blick auf die erzeugten Bildgrößen werfen. Der Aufwand ist gering – die Einsparungen können dagegen enorm sein.
Liebe Grüße an meine großartige Mutti, deren Website letztlich den Anstoß für diese kleine technische Spurensuche gegeben hat.
Jackie